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Galerie
Historische Schloss-Ansichten
Galerie Umbau
Schloß Borbeck 2005
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c h l o ß B o r b e c k u n d d i e F
ü r s t Ä b t i s s i n n e n |
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Blick
in die
Historische Dauerausstellung |
Ein Tanzschuh, Tarotkarten, ein Schachspiel, Frankenthaler Porzellan,
Münzen... – das sind einige
der Höhepunkte der Historischen Dauerausstellung „Schloß
Borbeck und die FürstÄbtissinnen“.
Auf rund 200
Quadratmetern bietet die Ausstellung im Schloß Borbeck Besuchern
einen Einblick
in die Geschichte des Schlosses und darüber hinaus in jenen Teil
der Historie von Stift und Stadt Essen, in der Frauen die Geschicke des
Fürstentums Essen leiteten – und das zeitweise auch
von Borbeck aus.
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Kanonikus
Biesten:
Vue
du chateau de Borbeck,
Kupferstich, 1756
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Heute ist Schloß
Borbeck die einzige noch erhaltene Residenz der Essener FürstÄbtsissinnen.
Für die Essener Stadtgeschichte ist das Schloss mit seiner wechselvollen,
mehr als
tausendjährigen Geschichte daher von einzigartiger Bedeutung.
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J. Schmitz:
FürstÄbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach
mit ihrem Kammermohr Ignatius Fortuna,
Öl / Leinwand, 1772
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Die Geschichte von
Schloß Borbeck ist eng mit der Stadtgeschichte verbunden...
Werfen Sie einen Blick in die Ausstellung...
Bereits die Heberolle
aus dem 9. Jahrhundert führt den Oberhof Bort(h)beki auf. Die Essener
Äbtissinnen bauen diesen Oberhof seit dem 13. Jahrhundert nach und
nach zu ihrer Residenz
aus. Sein heutiges Aussehen erhält das Schloss unter FürstÄbtissin
Franziska Christine von
Pfalz-Sulzbach (1726-76), die den Renaissancebau 1744 und 1764 um barocke
Elemente
erweitern lässt.
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Wappen
der FürstÄbtissin
Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach
(1726-1776) über dem Eingang
zum Schloß Borbeck |
Heute erinnert das
Wappen über dem Eingang zum Schloss an ihr Wirken.
Begeben Sie sich auf die Spuren der Essener FürstÄbtissinnen:
Die erste Äbtissin, die im
einstigen Hof, dem heutigen Schloß Borbeck urkundete, Äbtissin
Beatrix von Holte (1292-1327),
begrüßt Sie auf Ihrem Rundgang durch die Ausstellung stellvertretend
für die 48 namentlich
überlieferten Äbtissinnen. Sie alle bauten die religiöse
Stiftung zu einem Machtzentrum aus, das
Reichspolitik im Inneren umsetzte und nach außen mit gestaltete.
Rund um den so genannten
Altfrid-Bau, die heutige Münsterkirche, dreht sich daher alles um
die wirtschaftlichen Grundlagen, auf denen das Stift Essen beruhte. Anhand
von Urkunden
lassen sich die immensen Schenkungen nachvollziehen. Ebenso der Neid der
benachbarten Territorialherren, die im Laufe der Essener Stiftsgeschichte
immer wieder versuchten, ihren
Einfluss auf das Stift Essen auszudehnen.
Doch die Essener Äbtissinnen
behaupteten sich nicht nur gegen ihre Widersacher, sondern
bauten ihrerseits ihre weltliche Macht immer weiter aus. Seit dem 14.
Jahrhundert sind sie
zugleich auch Reichsfürstinnen. Sie stellen Geleitbriefe aus und
lassen Münzen prägen, sie
verfügen über das Zoll- und das Marktrecht.
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W. Immenkamp
Fürstäbtissin
Anna Salome von Salm-Reifferscheidt
1903, BMV-Schule, Essen
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Die
Essener Regentinnen stehen ebenso für Religion und Wertevermittlung.
Erinnert sei an
die großartigen Kunstwerke, die die Äbtissinnen und Stiftsdamen
in Auftrag gaben: Goldene
Madonna, siebenarmiger Leuchter, Vortragekreuze... Für diese Kunstschätze
gilt die Essener
Domschatzkammer neben der Aachener als die bedeutendste Deutschlands.
Darüber hinaus
setzten sich die Essener FürstÄbtissinnen immer wieder für
die Bildung der Mädchen ein. In der Frühzeit gab es ein Skriptorium,
später unter FürstÄbtissin Anna Salome von Salm-Reifferscheidt
entstand gegen den Widerstand der Stadt Essen die B.M.V.-Schule, noch
heute eine Mädchenschule von hervorragendem Ruf. Erinnert sei auch
an die bis heute bestehende Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung
in Steele.
Der Beginn der Industrialisierung,
den die letzte FürstÄbtissin Maria Kunigunde von Sachsen mit
dem Bau der ersten Hütte auf dem Stiftsgebiet förderte, und
die Säkularisation, die Aufhebung und Inbesitznahme des Stiftes 1802/03
durch Preußen, runden die Historische Dauerausstellung ab.
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Frankenthaler
Porzellan, um 1770,
Leihgabe des Hetjens-Museums, Düsseldorf
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Tanzschuh
der FürstÄbtissin Maria Kunigunde
von Sachsen, 18. Jh., Leder mit Stoffeinfassung
und Stickereien,
Leihgabe des Mittelrhein-Museums Koblenz |
Schließlich
erhält der Besucher noch einen Einblick in das feudale Leben am Hof
mit Kunst,
Musik, Spiel und Tanz. Zu bewundern sind hier ein Tanzschuh der letzten
Essener FürstÄbtissin,
ein Schachspiel und Frankenthaler Porzellan.
Schloß Borbeck in Privatbesitz...
Nach der Säkularisation
1803 kommt das Schloss samt seinem Park zunächst in den Besitz der
preußischen Staats- und Domänenkammer. Schon bald wird es privat
veräußert. 1826 erwirbt
Clemens Freiherr von Fürstenberg das gesamte Anwesen. Er lässt
die alten Gesinde- und Wirtschaftsgebäude abreißen und 1842
durch den Essener Baumeister Heinrich Theodor Freyse ein Wirtschaftsgebäude
im spätklassizistischen Stil errichten. Über dem Eingang dieses
Gebäudes befinden sich neben Fassadenschmuck der Weserrenaissance
von Schloss Horst in Gelsenkirchen
die Wappen des Erbauers und seiner Ehefrau.
Seit 1941 ist die
Stadt Essen Eigentümerin der gesamten Schlossanlage samt dem Schlosspark.
In den sechziger Jahren werden die Innenbereiche des Schloss- und Wirtschaftsgebäudes
umfangreich umgebaut. Eine weitere grundlegende Umgestaltung erfährt
das Haupthaus des
Schlosses in den Jahren 2000 und 2005. Heute wird die besondere stadt-
und baugeschichtliche Bedeutung des Schlosses betont.
Das Schlosstor, das
größte öffentlich zugängliche schmiedeeiserne Kunstwerk
auf Essener
Boden, gibt den Blick frei in den herrlichen, 42 ha großen Schlosspark.
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Er gilt als eine der ältesten gestalteten Parkanlagen des Rheinlands.
Im 18. Jahrhundert ließ die letzte Essener FürstÄbtissin,
Maria Kunigunde von Sachsen (1776-1803), den Garten im „englisch-chinoisen“
Stil umgestalten.
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Ruine
im Schlosspark um 1920 |
Dazu gehörten
schmückende Elemente, wie ein Pavillon, ein „Wirtshäusgen“
und ein „Bauernhäusgen“ sowie eine künstliche Ruine.
Neben dieser besonderen Form des englischen Landschaftsgartens zeigt der
Schlosspark bis heute auch Merkmale eines barocken Gartens:
die von geraden Wegen gesäumte, axial auf das Schloss zuführende
einstige Kaskadenanlage.
Welche gestalterischen
Elemente auch gerade ’en vogue’ gewesen sind: Seitdem die
FürstÄbtissinnen im 16. Jahrhundert damit begonnen hatten den
einstigen Buchenwald in
einen Waldpark umzuwandeln, repräsentierte der Park stets Reichtum
und Macht der Obrigkeit.
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Blick
in die heutige Parkanlage |
Heute dient der Schlosspark
vor allem der Naherholung. Die besondere Bedeutung und Struktur
dieses historischen Parks soll sich dem Besucher künftig deutlicher
erschließen, indem die historischen Parkelemente wieder erlebbar
werden.
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